Unsere Schwerpunkte

Einsatz von Botulinumtoxin: medizinische Indikationen

Botulinumtoxin ist eine zugelassene und etablierte Therapiemöglichkeit bei übermäßigem Schwitzen, Bruxismus und bei chronischer Migräne.

Übersicht: medizinische Indikationen für Botulinumtoxin – Hyperhidrose, Bruxismus, Migräne

Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)

Infografik: Botulinumtoxin bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) im Achselbereich

Viele Menschen empfinden eine vermehrte Schweißproduktion im Achselbereich als störend. Der übermäßigen Schweißbildung kann durch den Einsatz von Botulinumtoxin entgegengewirkt werden.

Botulinumtoxin hemmt die Freisetzung des Botenstoffes Acetylcholin an Nervenendigungen, die spezielle Schweißdrüsen steuern. Hierdurch wird die Schweißproduktion in den behandelten Arealen stark reduziert oder vollständig aufgehoben. Dieser Effekt hält ca. 6–12 Monate an. Sie brauchen sich keine Sorge zu machen – es kommt zu keiner erkennbaren Störung der Temperaturregulation, weil nur ca. 5 % der Schweißdrüsen in den Achseln liegen.

Wenn Sie Interesse an einer Behandlung der Achselregion mit Botulinum haben, können Sie gerne ein Beratungsgespräch mit Dr. von Criegern vereinbaren. Für die Erstberatung entstehen Ihnen Kosten in Höhe von 50,- €, die Ihnen bei einer folgenden Behandlung angerechnet werden.

Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen)

Symbolbild Botulinumbehandlung bei Bruxismus (Zähneknirschen)

Neben der Behandlung von Hyperhidrose und chronischer Migräne kann Botulinumtoxin auch bei ausgeprägter Kaumuskulatur und nächtlichem Zähneknirschen (Bruxismus) eingesetzt werden. Ob eine Behandlung im Einzelfall geeignet ist, klären wir nach einer persönlichen Untersuchung.

Chronische Migräne

Symbolbild Botulinumbehandlung bei chronischer Migräne

Die Behandlung mit Botulinum ist eine zugelassene und etablierte Therapiemöglichkeit für Patient*innen mit chronischer Migräne, wenn herkömmliche Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden.

Die klassischen Therapieformen sind Akutbehandlungen mit Triptanen oder NSAR, der vorbeugende Einsatz spezieller Medikamente (z. B. Betablocker, Topiramat, Amitriptylin, CGRP-Antikörper) und/oder auch nichtmedikamentöse Verfahren wie Biofeedback, Entspannungstechniken, Ausdauersport oder Verhaltenstherapie.

Die offizielle Zulassung in Deutschland gilt für Erwachsene mit chronischer Migräne, bei denen eine prophylaktische medikamentöse Migränetherapie nicht ausreichend wirksam war, nicht vertragen wurde oder kontraindiziert ist.

Zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen darf die Behandlung mit Botulinum nur von dafür zugelassenen Neurologen durchgeführt werden. Bei Versicherten privater Krankenkassen gibt es keine fachärztlichen Einschränkungen, die Behandlung wird nach GOÄ abgerechnet, die Kostenübernahme muss aber beantragt werden.

Welche Erfolge sind realistisch?

Eine vollständige Schmerzfreiheit ist selten. Erwartet werden kann eine Verringerung der Häufigkeit der Migränetage, die Abschwächung der Schmerzintensität und weniger Bedarf an akuten Medikamenten.

Die Behandlung mit Botulinum ist gut verträglich und insbesondere für sensible Patienten oder Patienten mit anderen Begleiterkrankungen eine attraktive Behandlungsmöglichkeit mit einer verbesserten Lebensqualität.

Wenn Sie unter einer chronischen Migräne leiden, aber die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse nicht gegeben sind, können Sie die Botulinumbehandlung als Selbstzahlerleistung in Anspruch nehmen. Es entstehen Ihnen Kosten in Höhe von ca. 500,- €. Gerne können Sie hierzu ein Beratungsgespräch mit Dr. von Criegern vereinbaren, das Ihnen mit 50,- € in Rechnung gestellt wird. Sollte eine Botulinumbehandlung dann bei uns durchgeführt werden, wird Ihnen dieser Betrag als Gutschrift angerechnet.

Literatur

  • Ruscheweyh, R., Förderreuther, S., Gaul, C. et al. Therapie der chronischen Migräne mit Botulinumneurotoxin A. Nervenarzt 89, 1355–1364 (2018). https://doi.org/10.1007/s00115-018-0534-0
  • Aurora SK, Dodick DW, Turkel CC et al (2010) OnabotulinumtoxinA for treatment of chronic migraine: results from the double-blind, randomized, placebo-controlled phase of the PREEMPT 1 trial. Cephalalgia 30:793–803.
  • Diener HC, Dodick DW, Aurora SK et al (2010) OnabotulinumtoxinA for treatment of chronic migraine: results from the double-blind, randomized, placebo-controlled phase of the PREEMPT 2 trial. Cephalalgia 30:804–814.